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Wie alles begann ...

Equifit
14. Okt.
4 Min. Lesezeit





Auch wir waren oft ratlos ...


Alles begann mit unserem Shetlandponyhengst Ostwind - genannt Osti.


Zu ihrem 4. Geburtstag bekam unsere Tochter eben dieses Pony. Ich habe ihn ausgesucht weil wir ein Pony gesucht haben, das von Kindern geritten werden kann. Das er Hengst war (und immer noch ist) und Ekzemer dazu hat mich damals nicht davon abgehalten ihn zu kaufen.

Auch das er schon "etwas älter" war störte mich nicht.


Ich selbst habe im Alter von 9 Jahren angefangen zu reiten. Dazu muss ich sagen, dass ich ein DDR-Kind bin. Also reiten war nicht nur reiten - wir haben in unserem Stall alles rund ums Pferd gelernt. (Aber dazu an anderer Stelle mehr)

Will sagen - mit einem Hengst konnte ich umgehen, die Möglichkeiten zur entsprechenden Unterbringung hatten wir auf unserem Hof, und seine Allergie bzw. Ekzem - na ja, wird schon gehen. "Er hustet nur manchmal."


Das ist jetzt über 11 Jahre her.

Und nein - wir hatte damals längst nicht so viel Wissen über Equines Asthma und Sommerekzem usw.


Unser großer Vorteil hier ist und bleibt unsere klimatische Lage.

Osti kam zu uns mit einer Ekzemerdecke, jeder Menge Salben und Cremes und einer Menge guter Ratschläge.

Übrigens stand er damals an der Nordsee in einer Wallachherde zusammen mit einer Handvoll Pferden im Offenstall.

Und trotzdem brach in jedem Jahr pünktlich zur Weidesaison das Ekzem aus, obwohl die Besitzer wirklich viel versucht haben.

Wir haben ihn im Februar gekauft, zu der Zeit war vom Ekzem natürlich nichts zu sehen.


Er zog bei uns ein - und zwar ungewollt zu unseren beiden Großpferdstuten (Trakehner und Oldenburger).

Wie Shettys so sind, man schaut einmal kurz weg und zack ist er durch den Zaun zu den beiden Stuten.

Der Schreck war groß - bei uns. Und nach kurzer, lauter Ansage von den Stuten war die Ordnung wieder hergestellt und wir beschlossen Osti bei den beiden Stuten im Offenstall zu lassen.

Er war ohnehin so klein, dass er keine von beiden hätte decken können und erstaunlicher Weise waren die beiden Damen total begeistert von ihm.


Der Sommer kam - und damit natürlich auch die Kribbelmücken.

Und trotzdem passierte hinsichtlich Ekzem beim Shetty gar nichts. Bis auf wenige kleine stecknadelkopfgroße Stellen blieb das Pony ohne Blessuren.

Und auch der Husten hielt sich absolut in Grenzen.


Über die ganzen 11 Jahre blieb Osti trotz Ekzem und Allergie weitestgehend symptomfrei und unauffällig.


War haben wir dafür getan?

Um ehrlich zu sein - gar nichts.

Die Lage unseres Hofes in Ostseenähe und der damit verbundene fast ständig wehende Wind und die saubere Luft tragen ohnehin dazu bei, dass Hustenpferde hier leichter atmen können.

Unsere Hauptwindrichtung ist West, der Wind weht also fast immer über die Ostsee zu uns ins Binnenland.

Pollen, Staub und Insekten können sich weniger absetzen.


Das war für dieses Pony völlig ausreichend und er ist bis heute topfit und erfreut sich bester Gesundheit.


Das unsere klimatische Lage allein für die Haltung von Asthmapferden aber nicht ausreicht haben uns dann unsere nächsten beiden Ponys gezeigt.


Unsere Tochter war irgendwann einfach zu groß für ihr Shetlandpony und wollte gern Turniere reiten, hat das erste richtige Reitabzeichen abgelegt und brauchte "Was Größeres".

Gekauft haben wir dann Georgie - eine Ponymixstute über dem Ponymaß eigentlich gedacht für Dressur und Springen.

Natürlich kein Anfängerpferd, aber gut genug für den Einstieg.

Von der Vorbesitzerin hatten wir die Info, dass Georgie eine festgestellte Allergie gegen Halmverkürzer im Getreide bzw. im Stroh hat und daraus resultierend immer mal wieder hustet.

Das Risiko schien für uns beherrschbar.

Georgie zog jedoch zunächst nicht zu uns auf den Hof, sondern in eine Reitanlage in der Nähe direkt am Bodden gelegen - wegen der dort vorhandenen Trainingsmöglicheiten.

Von ihrem Asthma haben wir erstmal lange Zeit gar nichts gemerkt. Alles schien ok zu sein, sogar das Stroh war kein Problem.

Kurze Zeit später haben wir dann Casper gekauft, völlig gesund, ohne Vorerkrankungen. Auch der zog auf die Reitanlage in die Nachbarbox von Georgie.


Zwischendurch wurde dort im Pensionsstall Heu knapp, die "schlechten Stellen" wurden nun einfach mitverfüttert.

Das neue Heu aus dem Jahr wurde wegen der besseren Lagermöglichkeiten sofort nach der Ernte in Folie eingewickelt.

Das Ergebnis kann sich vermutlich jeder ausmalen - schimmeliges, muffiges Heu.

Dazu Stroh, dass teilweise draußen gelagert wurde.


Jeder weiß was jetzt kommt - beide Pferde fingen nach und nach mehr an zu husten.

Und natürlich haben wir alles versucht - Haltung von Stroh auf Späne, Futter anfeuchten, anstelle von Heu Heulage, Heu bedampfen und so weiter ...

Wir haben monatlich kleine Vermögen dort im Stall gelassen.

Inhaliergerät, Bemerdecke und und und ...


Im darauffolgenden Winter war insbesondere Casper fast gar nicht mehr reitbar.

Und ja - wir hätten spätestens an der Stelle sagen können oder müssen - es geht hier nicht mehr.

Auch Georgie fiel dann für längere Zeit aus.


Der Frust war groß, jeden Tag mehrfach die 12 km Strecke zum Stall, Pferde inhalieren, Pferde bewegen, eindecken, umdecken, Heu bedampfen, Heu hinbringen.

Und trotzdem immer das ungute Gefühl nicht genug getan zu haben und immer noch einen Baustein übersehen zu haben.

Und nochmal ja - auch wir haben immer wieder Pülverchen, Futter und wer weiß was noch alles gekauft. Es klingt ja auch verdammt einfach.

Und nein - es ist nicht einfach ein Asthmapferd wieder symptomfrei zu kriegen. Es ist kein Sprint, es ist ein Marathon.


In der Zeit habe ich mich immer wieder intensiv mit dem Thema Equines Asthma beschäftigt, gelesen, viele Kurse gemacht, eine Ausbildung zum Tierphysiotherapeuten und Tierheilpraktiker gemacht. Um letztendlich unseren Pferden helfen zu können.


Nur nützt das ganze Wissen nicht, wenn die örtlichen Gegebenheiten nicht passen und man nicht ins Tun kommt.


Nach monatelangem Kampf haben wir dann beschlossen: Wir verzichten auf die Annehmlichkeiten einer Reitanlage und die guten Trainingsmöglichkeiten und holen die Pferde nach Hause zu uns auf den Hof.

Gesagt, getan - die Pferde zogen um.

Zuerst Casper, wenig später Georgie, die inzwischen auf einer Deckstation war.


Mehr dazu in Teil 2







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